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5. Schwangerschaftswoche (SSW)


Die fünfte Schwangerschaftswoche ist endlich da! Sie warten vergeblich auf Ihre Periode und haben wahrscheinlich schon den einen oder anderen Schwangerschaftstest griffbereit im Badezimmer liegen. Jetzt können Sie sich trauen! Wenn das Ergebnis positiv ist, sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit schwanger. Für einen Besuch beim Frauenarzt ist es noch etwas früh. Im Ultraschall gibt es eher noch wenig zu sehen. Eventuell zeigt sich ein kleiner Dottersack mit dem Embryo als Punkt. Es kann aber auch noch nichts zu sehen sein. Das ist kein Grund zur Beunruhigung.

Wenn die Regel ausbleibt

Der erste begründete Verdacht auf eine Schwangerschaft entsteht, wenn in der 5. SSW die erwartete Menstruationsblutung nicht auftritt. Sobald Sie einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten, ist spätestens der Zeitpunkt gekommen, auf Nikotin, Alkohol und Medikamente zu verzichten. Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung, die regelmäßig eine Einnahme von Medikamenten erfordert? Dann vereinbaren Sie am besten schon in dieser Schwangerschaftswoche einen Termin bei Ihrem Frauenarzt. Er wird Sie5. SSW fachkundig beraten und Ihre Schwangerschaft per Ultraschall und eventuell durch einen Bluttest bestätigen. Die erste Vorsorgeuntersuchung kann ebenfalls in der 5. SSW stattfinden, wenn die Schwangere ihren neuen Zustand schon bemerkt hat. Eventuell erhalten Sie sogar Ihren Mutterpass. Einige Frauenärzte warten allerdings mit der Aushändigung bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung, um erste Laborergebnisse abzuwarten und zu sehen, ob die Schwangerschaft stabil ist. Der Mutterpass enthält alle relevanten Daten zu Ihrer Schwangerschaft. Sie sollten ihn stets bei sich tragen, damit im Notfall alle wichtigen Informationen zu Ihnen und Ihrem Baby verfügbar sind.

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Vorsorge gehört dazu

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Frauenarzt oder einer Hebamme fördern Ihre Gesundheit und die optimale Entwicklung Ihres Babys. Bis zur 32. SSW finden die Untersuchungen alle vier Wochen statt, im Anschluss alle zwei Wochen bis zur Geburt. Sollten Sie über Ihren errechneten Termin gehen, wird Ihr Frauenarzt Sie jeden zweiten Tag zur Kontrolle sehen wollen. Auch im Fall einer Risikoschwangerschaft wird die Zahl der Untersuchungen individuell nach oben angepasst.

Jede Vorsorge folgt dem gleichen Schema an Untersuchungen:

  • Blutdruckmessung
  • Urinstatus
  • Körpergewicht der werdenden Mutter
  • Hämoglobinwert im Blut zur Früherkennung von Eisenmangel
  • Größe und Lage der Gebärmutter
  • Herzaktion des Fetus
  • Lage des Kindes (in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft)

Zu drei Terminen ist eine ergänzende Ultraschalluntersuchung vorgesehen, die die Entwicklung des Kindes dokumentiert. Einmal im Zeitrahmen zwischen der 9. SSW und der 12. Schwangerschaftswoche, dann zwischen der 19. SSW und der 22. Schwangerschaftswoche und schließlich zwischen der 29. SSW und der 32. Schwangerschaftswoche. Bei Bedarf kann der Frauenarzt natürliche weitere Ultraschalluntersuchungen durchführen. Moderne Verfahren, wie den 3-D- oder 4-D-Ultraschall bezahlen viele Krankenkassen nicht. Frauenärztliche Praxen bieten oft preisgünstige Pakete hierfür an.

Ihr Frauenarzt wird Sie über alle vorhandenen Tests informieren und zu ihrer Notwendigkeit beraten. Spezialuntersuchungen wie die Nackenfaltenmessung zum Screening auf genetische Erkrankungen (z.B. das Downsyndrom) oder der Test auf Toxoplasmose gehören zum Beispiel nicht zur Basisvorsorge.

Der Rhesus-Faktor und seine Bedeutung für Ihr Kind

Ein wichtiger Test zu Beginn der Schwangerschaft ist der Antikörper-Suchtest. Besitzen Sie den Rhesus-Faktor in Ihrer Blutgruppe? Wenn nicht, besteht die Möglichkeit, dass Sie bei Blutkontakt unter der Geburt Antikörper (Abwehrstoffe) gegen den Rhesus-Faktor Ihres Kindes bilden. Bei einer späteren Schwangerschaft kann so Ihr neues Baby in Gefahr kommen. Gegen die5. Schwangerschaftswoche Bildung der Antikörper können Sie eine Rhesusprophylaxe, eine Art Impfung, erhalten. Diese erfolgt zwischen der 28. SSW bis 30. Schwangerschaftswoche und nach der Geburt.

Die 5. SSW, was bei Ihnen passiert

Die Veränderungen in Ihrem Körper setzen sich in dieser Woche fort. Ihr Frauenarzt und Ihre Hebamme bemerken bei der Tastuntersuchung schon eine Größenzunahme der Gebärmutter und eine Auflockerung des Gewebes. Viele Frauen berichten in der 5. SSW von Unterleibsbeschwerden durch die Dehnung der Mutterbänder, Spannungsgefühl in den Brüsten und bleierner Müdigkeit. Die Schwangerschaftshormone sind am Werk und sie fangen mit ihrer Arbeit gerade erst an.


Die 5. SSW, wie sich Ihr Baby entwickelt

Der Embryo wächst in dieser Schwangerschaftswoche auf circa zwei Millimeter heran. Er ist länglich in seiner Form und beginnt, Vorformen von Gehirn und Rückenmark auszubilden. Später entwickeln sich diese rudimentären Nervenstränge zu einem hoch spezialisierten Nervensystem, das den kompletten Organismus des Babys steuert. In der 5. SSW beginnt das kleine Herz des Embryos zu schlagen. Die Frequenz ist noch sehr hoch und wird mit zunehmendem Wachstum von Herz und Kind immer langsamer. Anhand des Herzschlags kann der Frauenarzt Rückschlüsse auf den Zustand des Babys ziehen.

In den ersten Wochen entwickeln sich alle Kinder gleich schnell. Die Größe des Embryos erlaubt so eine Aussage zu seinem Alter, also der Schwangerschaftswoche, in der Sie sich befinden. Der Embryo (und später der Fetus) ist immer zwei Wochen jünger als die Schwangerschaft. Denn in der ersten und zweiten Woche sind Sie nur rechnerisch schwanger. Im Laufe der Monate entwickelt sich aber jedes Kind in seiner eigenen Geschwindigkeit. Vergleichen Sie sich also nicht zu viel mit Bekannten. Fragen Sie Ihren Frauenarzt, wenn Sie sich Sorgen um die Größe Ihres Babys machen. Er wird Ihnen kompetent und individuell Auskunft geben.

Tipps

  • Informieren Sie sich bereits in der 5. SSW genau über alle verfügbaren Vorsorgeuntersuchungen. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, was Sie wirklich über Ihr ungeborenes Kind wissen möchten. Welche Konsequenzen würden Sie ziehen, wenn gesundheitliche Probleme vorlägen? Auch Ihre Vorgeschichte ist wichtig. Haben Sie zum Beispiel im Vorfeld eine Fehlgeburt erlitten, kann Ihnen viel Information in dieser Schwangerschaft helfen, mit der Angst umzugehen. Andere Paare möchten vielleicht möglichst wenig in den natürlichen Ablauf eingreifen. Es ist Ihr Kind und Ihre Entscheidung.

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