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Fehlgeburt: Anzeichen, Ursachen und Trost


Eine Schwangerschaft ist der Inbegriff der Hoffnung. Umso tragischer ist es, wenn diese Hoffnung wieder zerstört wird und eine Fehlgeburt stattfindet. Die Schwangere, der werdende Vater und die ganze Familie sind von diesem Ereignis schwer betroffen. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen in dieser schweren Zeit beistehen. Informationen helfen ein Stück weit, mit dem Verlust umzugehen. Nehmen Sie auch die Hilfe aus Ihrer Umgebung an.

Was genau ist eine Fehlgeburt?

FehlgeburtEine Fehlgeburt, in der Medizin auch Abort genannt, tritt auf, wenn eine Schwangerschaft vor der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche endet und der Fetus noch nicht lebensfähig ist. Das Gewicht des Kindes beträgt weniger als 500 g. In den ersten 12 Schwangerschaftswochen finden die meisten Fehlgeburten statt. Das Kind durchläuft viele wichtige Entwicklungsschritte, die bei Problemen mit einem Abort enden. Befindet sich die Schwangerschaft erst am Anfang, wird ein spontaner Abgang von der Schwangeren oft gar nicht wahrgenommen. Unter Ultraschallkontrolle durch den Frauenarzt kann der Abort seinen natürlichen Gang nehmen. Treten Probleme auf, die Reste der Plazenta in der Gebärmutter vermuten lassen, wird eine Ausschabung unter Narkose durchgeführt. Eine Infektion soll so vermieden werden.

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Der Spätabort

Entwickelt sich der Fetus erst nach der 16. Schwangerschaftswoche nicht mehr weiter, sprechen Mediziner von einem Spätabort. In diesem Fall muss die Mutter das Kind für gewöhnlich spontan auf die Welt bringen. Viele Kliniken haben speziell weitergebildete Hebammen für diese sogenannten „stillen Geburten“. Das geburtshilfliche Team steht dem Elternpaar zur Seite und gestaltet den Abschied von ihrem Kind liebevoll und individuell.

Die Fehlgeburt in Zahlen

Die Natur ist nicht perfekt. Um den Zeitpunkt der Einnistung, noch vor der nächsten erwarteten Periode, enden circa 50 Prozent der befruchteten Eizellen mit einem Abort. Meist unbemerkt wird die Blutung als Menstruation interpretiert. Bei den Schwangerschaften, die bereits bemerkt wurden, liegt das Abortrisiko bei circa 15 Prozent. Dabei sinkt dieser Wert von um die 18 Prozent in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche auf zwei bis drei Prozent ab der 17. Schwangerschaftswoche. Circa 80 Prozent der Fehlgeburten ereignen sich bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Die Natur beendet selbstständig die Weiterentwicklung von Embryonen, die nicht oder nur bedingt lebensfähig wären. Fehler in Anzahl oder Struktur der Chromosomen dominieren hier die Ursache. So steigt mit dem Alter der Mutter auch das Abortrisiko. Im Vergleich beträgt es mit 20 bis 24 Jahren lediglich 9 Prozent und steigt im Alter ab 45 Jahren auf über 75 Prozent an.

Welche Risikofaktoren spielen eine Rolle bei einem Abort?

Generell ist es schwierig, eine spontane Fehlgeburt vorherzusehen oder zu verhindern. Auch junge, gesunde Frauen trifft dieses Schicksal regelmäßig und kann meist nicht befriedigend erklärt werden. Die Mehrzahl der Frauen bekommt aber vorher und hinterher gesunde Kinder nach völlig unkomplizierten Schwangerschaften.

Die Auswertung von medizinischen Studien
legt einige Risikofaktoren für einen Abort nahe:

  • Rauchen
  • hohen Koffeinkonsum (mehr als vier Tassen Kaffee am Tag)
  • hohen Alkoholkonsum
  • eine oder mehrere vorangegangene Fehlgeburten
  • eine strukturelle Fehlbildung der Gebärmutter
  • eine Autoimmunerkrankung
  • eine unbehandelte chronische Erkrankung der Nieren, der Schilddrüse oder einen nicht eingestellten Diabetes mellitus
  • verschiedene bakterielle oder virale Infektionen in der Frühschwangerschaft
  • fortgeschrittenes Alter der Mutter

Welche direkten Ursachen für eine Fehlgeburt gibt es?

Eine Fehlverteilung der Chromosomen bei der Vereinigung von Samenzelle und Eizelle ist ein häufig vermuteter Grund für einen frühen Abort. Tritt der Abort eher spät auf, liegen Ursachen wie eine Infektion, eine Fehlbildung der Gebärmutter, eine Auffälligkeit der Plazenta oder eine Muttermundinsuffizienz vor. Leider bergen auch invasive diagnostische Tests, wie die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder die Chorionzottenbiopsie ein ein- bis zweiprozentiges Risiko für eine Fehlgeburt.

Woran Sie merken, dass Sie einen Abort haben

Häufig beginnt das frühe Ende einer Schwangerschaft mit Blutungen und Krämpfen im Unterleib. Mit dem Blut können auch Gewebestücke abgehen. Nur der Frauenarzt kann jedoch per Ultraschall feststellen, was tatsächlich los ist. Nicht jede Blutung ist mit einem Abort gleichzusetzen. Bei vielen Schwangeren treten in den ersten Wochen Schmierblutungen auf. Bei einer sogenannten „Missed Abortion“ bemerkt die werdende Mutter zunächst keine Symptome. Bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung stellt der Arzt dann die fehlenden Herztöne fest. Trotzdem kann zunächst abgewartet werden, ob die Natur ihren Lauf nimmt. Eine operative Ausschabung ist immer noch möglich.

Kann eine Fehlgeburt verhindert werden?

Ein genetisch bedingter Abort ist nicht aufzuhalten. Besteht in der fortgeschrittenen Schwangerschaft ein Risiko aufgrund einer Infektion oder einer bekannten Insuffizienz des Muttermundes, gibt es Therapiemöglichkeiten. Antibiotika, Bettruhe und eineFehlgeburt: Anzeichen und Ursachen Infusion, die die Wehen hemmt (Tokolyse), können eventuell die Schwangerschaft retten. Was Sie tun können, ist bekannte Risikofaktoren für einen Abort zu minimieren. Geben Sie das Rauchen auf, meiden Sie Alkohol und Koffein, ernähren Sie sich ausgewogen und nehmen Sie als Nahrungsergänzung schon bei Kinderwunsch Folsäure ein.

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Wiederholter Verlust eines Kindes

Nach dem Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft wieder ein Baby zu erwarten macht Angst. Die „gute Hoffnung“ aufzubringen fällt beiden Eltern schwer. Ihr Arzt wird Sie ganz besonders intensiv begleiten und versuchen, Ihnen Ihre Ängste etwas zu nehmen. Schonen Sie sich zu Beginn der Schwangerschaft und verzichten Sie eventuell auf Geschlechtsverkehr, um Kontraktionen der Gebärmutter zu vermeiden und das Infektionsrisiko zu senken. Nutzen Sie schon früh die Beratung und Betreuung durch eine Hebamme. Die meisten Frauenärzte empfehlen erst nach dem dritten Ereignis eine umfangreiche medizinische Untersuchung. Wie es in Ihrem individuellen Fall aussieht, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Mediziner.

Die Trauer um die Hoffnung

Ein Baby zu verlieren ist sehr schmerzhaft, auch wenn der Abort im Anfangsstadium der Schwangerschaft stattfindet. Besonders die werdende Mutter hat sich schon schwanger gefühlt, Pläne gemacht und Liebe zu ihrem kleinen Bauchbewohner entwickelt. Noch schwerer wird die Trauer, wenn das Umfeld verständnislos reagiert. Ein Trost ist vielleicht, dass Sie nicht alleine sind. Es gibt Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern mit Kindern in jedem Alter. Auch online finden Sie zahlreiche Foren, in denen Sie sich austauschen können. Eine Hebamme steht Ihnen nach einem Abort zur Seite. In den allermeisten Fällen folgt nach einer Fehlgeburt eine komplikationslose Schwangerschaft, die mit einem gesunden Neugeborenen endet. Verlieren Sie den Glauben daran nicht.

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